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Das Date mit dem Bankangestellten

Eines Abends rief mich Lisa* an und erzählte mir, wie sie einen Banker über Parship kennengelernt hat. Nun würde man meinen Lisa, die in einer Kunstgalerie arbeitet, zwei Studiengänge abgebrochen hat und eine Frau ist bei der Beziehungen gefühlt maximal 24 Stunden andauern, wäre ein spezieller Fall. Doch der Bankangestellten Marco* war ein noch spezieller Fall. Zunächst einmal lief alles glatt. Aus Chats wurden Telefongespräche, aus Telefongesprächen wurden Dates, aus Dates wurden längere Abschnitte mit gemeinsamer Zeit und wie das so ist, wenn man mit jemandem Zeit verbringt, kommt man sich schlussendlich auch näher. Nicht nur emotional, sondern auch körperlich. Doch als Lisa das Schlafzimmer von Marco betrat, hatte sie einen Schock bekommen. Und das will wirklich was heißen, da Lisa früher sogar längere Zeit auf der Straße gelebt hatte. Marco war ein Sammler. Er hat gerne Puppen gesammelt. In einem begehbaren Kleiderschrank waren nicht nur seine teuren Arbeitsanzüge, sondern auch seine Puppen. Über Hunderte von handgefertigten Puppen, wie er sagte, nannte er sein Eigen. Sammler gibt es viele dachte ich mir, doch wenn sogar Lisa leichte Furcht bei dem Berg vom Puppen bekam, fing ich mir auch Sorgen zu machen und riet vom weiteren Treffen mit dem Puppenbänker ab. Denn wie Marco zugab, so verrückt es klingt, sprach er mit seinen Puppen und einige seiner Lieblinge, wie er sie nannte, hatten sogar Namen. Ich wusste nicht, ob ich eher lachem, weinen oder einfach nur bestürzt sein sollte. Hobbys sind gut und erweitern den Horizont habe ich auch zu Lisa gesagt, doch dieses Hobby schien mir ein wenig abgespaced zu sein. Und anscheinend kann man über das Hobby die Persönlichkeit eines Menschen ableiten.

Wenn es einmal nicht läuft

Ich weiß nicht warum, doch Lisa selbst ist eine spezielle Person. Ihre absolute Unfähigkeit zur Ordnung ist prädestiniert für ein Leben im Chaos. Sie ist der Meinung, dass die Gegenstände in ihrer Wohnung besser auf dem Boden aufgehoben sind, als in den dafür vorgesehenen Schubladen, Ordnern und Fächern. Denn nur ein Genie überschaut das Chaos. Auch bekannt für ihren speziellen Humor, versucht sie teilweise mit Witzen zu punkten, von denen man nicht weiß, ob einem eher zum Lachen oder zum Weinen zumute ist. Dieses teils willkürliche und unkontrollierte Lachen nach dem Erzählen des eigenen Witzes ist schon wieder witzig und daher auch ein Punkt für sie. Der einzig wirklich gekrümmte Erfolg war auch ein Date über Parship. Das Date mit einem anderen Künstler. Gleich und Gleich gesellt sich gern. Simon* ist auch kein unbeschriebenes Blatt. Bekannt und berüchtigt wurde er vor allem in der Graffitiszene. Seine Ehrlichkeit, sein Mut, teilweise auch die gewählte gewollte Selbstzerstörung passen perfekt zu Lisa. Diese On -und Off Beziehung geht nun 3-4 Jahre und wird meines Erachtens auch noch so weitergehen. Mit verrückten Ideen ist sogar ein kleines Geschäft entstanden. Denn durch die Kontakte von Lisa hat nun Simon die Möglichkeit seine Graffitis ganz legal gewinnbringend zu verkaufen. Da sage noch, dass Künstler nicht kommerziell denken können. Ohne Brot und Wasser können auch die minimalistischen Künstler nicht überleben. Mittlerweile läuft das Geschäft ziemlich gut, so dass Lisa und Simon zusammen eine Wohnung gekauft haben. Das ist doch ein toller Schritt für die Zukunft, denn wie wir wissen, sorgen sich Künstler nicht so gern, um etwas was noch in der Zukunft liegt.

*Name geändert