Category : Erotik

Der Kunstporno oder wie man Lust auch anders verpacken kann

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Schon seit dem Mittelalter gibt es Malereien, die mit einer gewissen Anzüglichkeit verbunden sind und kontrovers in ihrer jeweiligen Zeit wahrgenommen wurden. Nacktheit faszinierte eben schon damals und beunruhigte gleichzeitig die Gemüter. Aber wo ist die Trennlinie zwischen Kunst und Pornographie?

Nicht alles ist automatisch Kunst

Es ist natürlich eine Definitionsfrage, aber sicherlich ist nicht jegliche Form der Pornographie gleichzeitig auch Kunst. Wenn ein Twitter-User heutzutage seinen erigierten Penis abfotografiert, in der Hoffnung, dass er von vielen darauf abfahrenden Damen angeschrieben zu werden, dann ist dies keine Kunst. Es geht in diesem Bild nur um die Geilheit, um Sex. Ein künstlerischer Anspruch wird nicht erhoben.

Die Schönheit der Natur

Wenn aber der Wille dahinter steht ein gewisses Bild in einer wonnigen Pracht darzustellen, und dies handwerklich-technisch einwandfrei umgesetzt wird, dann kann schon Kunst entstehen. Selbst wenn das Bild ein korpulierendes Pärchen zeigt. Auch alte Marienbilder, die nur eine Brustwarze der Jungfrau preisgaben, waren provokant und freizügig. In den Schäferidyllen liefen haufenweise junge unbekleidete Damen in den Wiesen umher und ließen nicht nur einzelne Männer plötzlich Frühlingsgefühle entdecken. Es entsteht also die Frage, ob sich einfach nur die Werte verschoben haben, mit denen wir die Beurteilung fällen. Ist eine blanke Brust weniger pornographisch als eine penetrierte Vagina? Was erhebt das eine Körperteil über das andere? Die Natur hat eine natürliche Schönheit, die nicht automatisch verwerflich sein muss. Anders im heutigen Alltag, wo mit Sex und Erotik Apps und Casual Dating Portalen jegliche Bilder frei zu sehen sind. Ungehemmt werden Nacktbilder geteilt und vervielfältigt.

Die Lust in der Kunst

Vielmehr kann man sagen, dass die Lust immer schon einen Platz in der Kunst gehabt hat, in welcher Ausprägung auch immer sie dort vorkommt. Es ist vorstellbar, dass man in der Zukunft unsere heutige Pornographie belächeln wird, als eine Stilrichtung im künstlerischen Geschehen, aus der eine richtige Industrie geworden ist. Und der künstlerische Anspruch ist durchaus in vielen Produkten dieser Industrie spürbar. Einen makellosen Körper in einer sexuellen Position zu sehen wirkt anregend, das alleine zeigt schon, dass es sich um nichts Negatives handeln kann. Man empfindet durch die Kunst vermittelte Lust, eben auch oder gerade bei einem Bild, dass vordergründig einen anzüglichen Eindruck macht. Es ist tatsächlich in der Pornographie erlaubt, was geil macht. Und das ist in der Kunst nicht anders. Eine wundervolle Statue von Da Vinci bringt den Kunstliebhaber ebenso in Verzückung, wie den gemeinen Pornogucker ein schöner Cumshot. Die beiden Kategorien vermischen sich, sind untrennbar miteinander verwoben. Da Kunst immer nach Anerkennung strebt, ist sie geradezu unmittelbar pornographisch. [...]